Advent in Schweden: Luciafest statt Nikolaus. Luciakranz

Advent in Schweden: Luciafest statt Nikolaus

Das Lichterfest als Brauch in der einstmals längsten Nacht des Jahres

Ursprung und Bedeutung des Luciafestes

Es gibt die Vermutung, die Feierlichkeiten gingen auf ein Fest zu Ehren der heiligen Lucia von Syrakus (283-304) zurück. Diese starb als frühchristliche geweihte Jungfrau und Märtyrerin. Auch sie soll einen Kerzenkranz auf dem Kopf getragen haben, während sie durch die Katakomben ging, damit sie mehr Nahrungsmittel für andere Frühchristen tragen konnte, die sie heimlich damit versorgte.

In diesem Zusammenhang könnte das weiße Gewand (Hinweis auf ihren Stand als geweihte Jungfrau) mit dem darum geschlungenen roten Band (Symbol für das Martyrium) als Zeichen für ihr Christentum interpretiert werden. Außerdem ist der 13. Dezember auch der Gedenktag an die heilige Lucia. 

Inwieweit es diesen Zusammenhang aber wirklich gibt, ist bis heute nicht geklärt. Da der 13. Dezember bis zur vollständigen Kalenderrevolution in Schweden, 1752, der kürzeste Tag des Jahres war, steht das Luciafest wahrscheinlich in der Tradition älterer Feste und Feierlichkeiten zur Sonnenwende.

Erst in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts berichteten erstmals Zeitzeugen vom Tragen weißer Gewänder auf westschwedischen Gutshöfen. Die Vermutung liegt nahe, dass dies also der Entstehungsort des heute auffälligsten Merkmals des Luciafestes ist. Größerer Beliebtheit in ganz Schweden und auch einigen Teilen Dänemarks und Norwegens erfreut sich das Fest erst seit dem letzten Jahrhundert. Doch eben nicht als kirchlicher Feiertag, sondern als Brauch.

Heutige Interpretation des Luciafestes

Die heutige Form des Luciafestes in Schweden hat keine kirchliche Prägung. In den Familien ist das der Tag, an dem die älteste Tochter im Luciagewand und mit einem Kerzenkranz (deshalb wird das Fest auch manchmal Lichterfest genannt) auf dem Kopf den Eltern das Frühstück ans Bett bringt. Die Feierlichkeiten setzen sich dann in Kindergärten, Schulen und am Arbeitsplatz fort.

Ein Mädchen spielt die Lucia. Sie trägt ein weißes Gewand, ein rotes Band um die Taille und einen Kranz mit Kerzen auf dem Kopf. Ihr folgen oft weitere Mädchen, die Kerzen in den Händen halten, sowie manchmal auch Sternenknaben, Pfefferkuchenmännchen und Wichtel in einer regelrechten Prozession.

Jedes Dorf, jede Stadt und jeder Bezirk wählt jeweils für ein Jahr eine Lucia. Diese ist im Laufe des Jahres dann auch auf anderen Festen (z.B. dem Mittsommerfest) vertreten. Im folgenden Jahr wird sie dann abgelöst. Vergleichen kann man das etwa mit den deutschen Weinköniginnen o.ä..

Zum Frühstück und zum gesamten Luciafest gehören traditionell süße Safranbrötchen – „Lussekatter„. Dazu bekommt man fast in ganz Schweden „Glögg“ gereicht – eine schwedische Variante des Glühweins, die es auch in alkoholfreier Form gibt.

Und weil diese beiden adventlichen Spezialitäten so köstlich sind, gibt es hier jeweils ein leckeres Rezept. Dann steht einem wundervollen Lichterfest nichts mehr im Wege…

Lussekatter – Süße Hefebrötchen mit Safran

Dazu wird gebraucht:

350 g Mehl
150 ml Milch
50 g Zucker
50 g weiche Butter
25 g frische Hefe
25 g Rosinen
1 Ei
1 Eigelb
1 Msp. gemahlenen Safran
1 Prise Salz

Und so geht’s:

Zunächst die Milch erwärmen, die Hefe hineinbröseln und darin auflösen. Anschließend den Safran einrühren. Nun das Mehl in eine Schüssel sieben und in die Mitte eine Mulde drücken. Die Hefemilch, Zucker und eine Prise Salz in der Mulde verrühren. Jetzt das Ei und Butter  zum Mehl geben und alles zu einem geschmeidigen Teig verkneten. Diesen dann abgedeckt etwa eine Stunde gehen lassen.

Nun zwei Backbleche mit Backpapier auslegen. Den Teig mit bemehlten Händen noch einmal gut durchkneten und dann zu einer Rolle (etwa 2-3 cm Durchmesser) formen und in gleich große Stücke schneiden. Diese nun zu etwa fingerdicken, längeren Strängen rollen (etwa 20 cm). Die Stränge nun je zu einem „S“ formen und dabei die Enden etwas mehr eindrehen, auf die Bleche legen und noch einmal ca. 15 Minuten gehen lassen.

Jetzt den Ofen vorheizen (200 °C Umluft). Eigelb und 1 Esslöffel Wasser verquirlen und die Lussekatter damit einpinseln. An den Enden je eine Rosine andrücken und im Ofen zehn Minuten backen. Abkühlen lassen und dann heißt es „Guten Appetit!“

Glögg – schwedischer Glühwein oder Punsch

Dazu wird gebraucht: 

für die Variante mit Alkohol:

1 l Rotwein
8 cl Rum
je nach Geschmack noch etwas Weinbrand, Vodka oder Aquavit

für die alkoholfreie Variante: 

1 l Kirsch- oder Traubensaft (rot)
bei Bedarf etwas Rumaroma

dazu für beide Varianten:

100 g Zucker
100 g Rosinen
50 g Mandeln (geschält und gestiftet/gehobelt)
20 g frischer Ingwer
2 TL Kardamompulver
4 Nelken
1 Zimtstange

Und so geht’s:

Den Rotwein mit Rum, Zucker und der Zimtstange in einen Kochtopf geben und bei kleiner Hitze langsam erwärmen. Nun den Ingwer schälen und in dünne Scheiben schneiden. Dann Ingwer, Kardamom, Nelken und Rosinen hinzufügen und den Glögg bis auf 75° erhitzen. Dabei immer mal umrühren, bis sich der Zucker komplett aufgelöst hat. Der Glögg darf aber nicht kochen. Dann vom Herd nehmen, Deckel drauf und über Nacht durchziehen lassen.

Am nächsten Tag den Glögg durch einen Filter gießen und die Gewürze auffangen. Wer Rosinen mag, lässt sie im Punsch. Oder man fängt sie ebenfalls auf, um sie später ins Glas zu geben. Vor dem Servieren wird der Punsch wieder erhitzt und es werden dann noch portionsweise die Mandeln hinein gegeben.

Da in Schweden auf der Straße kein Alkohol verkauft werden darf, trinkt man ihn dort auch ohne Alkohol. Die Zubereitung ist bis auf das Verwenden von Saft anstatt Wein identisch.

(Quelle: A. Ulrich)

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