Autofreies Insel-Idyll mit historischer Künstlerkolonie. VOPZI-Adventskalender Türchen 7

Autofreies Insel-Idyll mit historischer Künstlerkolonie

Die Insel Hiddensee

Hiddensee liegt westlich von Rügen und ist nur per Fähre zu erreichen. Mit seiner größtenteils noch aktiven Kliffküste stellt er eine wertvolle Landschaft im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft dar und ist dort in die Schutzzone II eingegliedert. Viele Wanderwege führen durch die abwechslungsreiche Landschaft.

Die Abgeschiedenheit zog viele Autoren und Künstler auf die Ostseeinsel. Ende des 19. Jahrhunderts und auch in den 20er- und 30er-Jahren tummelten sich Künstler, Schriftsteller und Wissenschaftler auf der kleinen Ostseeinsel Hiddensee.

Die Familie Mann zum Beispiel verbrachte hier zeitgleich mit Gerhart Hauptmann einen Urlaub, Joachim Ringelnatz besuchte Asta Nielsen, die Tänzerin Gret Palucca besaß ein Sommerhaus, Hans Fallada schrieb seinen Roman „Kleiner Mann – was nun?“ auf der Insel zu Ende. Lion Feuchtwanger, Heinrich George und Sigmund Freud samt Tochter Anna erholten sich am Strand. Im Jahr 1930 kaufte der Literaturnobelpreisträger Gerhart Hauptmann (15.11.1862 – 6.6.1946) das Haus „Seedorn“ in Kloster. Auf Hiddensee fühlte sich Hauptmann wohl, in seinem Haus in Kloster entstanden viele seiner Werke. Bis 1943 verbrachte der Schriftsteller mit seiner zweiten Frau Margarete Marschalk die Sommermonate auf der Künstlerinsel, die er einmal als das „geistigste aller deutschen Seebäder“ bezeichnete.

Seit Hauptmanns 10. Todestag 1956 ist sein Haus „Seedorn“ Museum und kulturelle Attraktion von Hiddensee. Besucher finden Hauptmanns Wohnräume so gut wie unverändert vor: Schreibtisch, Stehpult, Tisch, rund tausend Bücher und nächtliche Notizen an der Wand über dem Bett wie „Schweigen ist die grösste Kunst“, „Es lohnt nicht mehr“ und „Reden entfernt“.

Als Dornbusch wird das Hügelland im Nordteil der deutschen Ostseeinsel Hiddensee bezeichnet. Dornbusch, das beeindruckende Hügelland bei Kloster, liegt im Norden der autofreien Insel. Es besteht überwiegend aus eiszeitlichen Ablagerungen, die nach dem Abtauen der Gletscher zurückblieben. Er ist einer von drei Inselkernen Hiddensees, die für die Entstehung des Flachlands verantwortlich sind.  Auf der 72-Meter- Erhebung des Dornbuschs, dem Schluckswiekberg, steht das Wahrzeichen Hiddensees, der Leuchtturm Dornbusch.

Der Leuchtturm ist wegen seiner Attraktivität bereits zwei Mal auf deutschen Briefmarken abgebildet. Per Fahrrad oder zu Fuß lassen sich die Sehenswürdigkeiten erkunden. Hierzu zählen unter anderen: der Leuchtturm Dornbusch, das Leuchtfeuer Gellen, die Inselkirche in Kloster, das Gerhard-Hauptmann-Haus, das Asta-Nielsen-Haus, die Blaue Scheune in Vitte und die Bernsteinwerkstatt Vitte.

(Quelle: Prof. Dr. Norbert Zdrowomyslaw: Die 161 HSK Mecklenburg-Vorpommerns mit Entdeckerrouten. Attraktiver Lebens-, Wirtschafts- und Urlaubsstandort, Greifswald: MV-Verlag & Marketing, 2019, S. 38)

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