Covid-19-Impfung: Die wichtigsten Infos. Coronavirus

Covid-19-Impfung: Die wichtigsten Infos

Aktuelle Informationen zu Ablauf, Logistik und Sicherheit der Impfung

Wann wird geimpft?

Der Beginn der Schutzimpfungen gegen SARS-COV-2 mit dem am 21. Dezember in der EU zugelassenen Impfstoff von BioNtech und Pfizer ist im Landkreis Vorpommern-Rügen für den 27. Dezember und im Landkreis Vorpommern-Greifswald für den 28. Dezember geplant.

Am kommenden Wochenende erhält Mecklenburg-Vorpommern die ersten 30.000 Impfdosen. Damit können bis zu 15.000 Menschen geimpft werden. Vorpommern-Rügen erhält in der ersten Impfrunde 2000 Dosen, Vorpommern-Greifswald 1000. Zunächst erfolgt die Impfung über mobile Impfteams (vier in VR und sechs in VG), sodass die Impfzentren eher als Verteilzentren dienen. Erst im zweiten Schritt (voraussichtlich Januar 2021) ist die Inbetriebnahme der Zentren als solches geplant.

Wo sind Impfzentren?

Aktuell sind in den beiden vorpommerschen Landkreisen drei Impfzentren eingerichtet. In den Hansestädten Stralsund und Greifswald sowie in Pasewalk. Ein weiteres Impfzentrum in Anklam könnte unter Umständen später noch folgen.

Wer kann sich impfen lassen?

Grundsätzlich können sich alle Personen, die in der Bundesrepublik Deutschland in der gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung versichert sind oder die ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthaltsort in der Bundesrepublik Deutschland haben, impfen lassen.

Auch Personen, die in der Bundesrepublik Deutschland in medizinischen und ambulanten Einrichtungen behandelt, gepflegt, betreut werden oder tätig sind, und Personen, die im Auftrag einer der genannten Einrichtungen im Ausland tätig sind, haben Anspruch auf die Schutzimpfung. Empfohlen ist die Impfung gegen SARS-CoV-2 für alle Menschen über 16 Jahre.

In welcher Reihenfolge wird geimpft?

Da die Impfstoffkapazität gerade anfangs nicht ausreicht, um sofort alle impfwilligen Bundesbürger zu impfen, gibt es bei der Vergabe des Impfstoffes eine Priorität. Bei der Verteilung der Impfdosen wird man sich an die Empfehlung der STIKO (Ständige Impfkommission) halten.

Diese empfiehlt in der ersten Phase die Priorisierung hochbetagter Menschen (>80), Bewohner von Pflegeeinrichtungen sowie das Personal dieser Einrichtungen und darüber hinaus medizinisches Personal, welches besonders hohem Ansteckungsrisiko ausgesetzt ist (z.B. Notaufnahme oder bei der Versorgung von Patienten, die an Corona erkrankt sind) und medizinisches Personal, welches mit besonders verwundbaren Patientengruppen in Kontakt kommt (z.B. Transplantationsmediziner).

Covid-19-Impfung: Die wichtigsten Infos. Tabelle
(Quelle: Beschluss der STIKO für die Empfehlung der COVID-19-Impfung und die dazugehörige wissenschaftliche Begründung)

Woher weiß ich, wann ich an der Reihe bin?

Per Post oder per Anruf bekommt derjenige eine Einladung zum Impftermin. Die Länder haben Call Center eingerichtet, die diese Aufgabe (mindestens teilweise) übernehmen sollen. Eine generelle Impfpflicht gibt es allerdings nicht!

Wer bezahlt die Impfungen?

Für den Impfling ist die Schutzimpfung kostenfrei. Die Kosten für die Impfstoffe trägt der Bund. Das Land, die Kommunen und die Krankenkassen tragen die Kosten für Zubehör, Personal und die Kosten im Zusammenhang mit den Impfzentren.

Wer führt die Impfungen in den Impfzentren durch?

Grundsätzlich führen Freiwillige aus dem Medizinbereich die Impfungen durch. In Vorpommern-Greifswald hat sich die Universitätsmedizin Greifswald bereiterklärt die medizinische Verantwortung für das Greifswalder Impfzentrum zu übernehmen und auch medizinisches Personal zu stellen. Die Bundeswehr wird bei der Arbeit im Impfzentrum Pasewalk mit Fachpersonal unterstützen.

In den mobilen Impfteams greifen die Kreise auf die Unterstützung von Hilfsorganisationen zurück. So unterstützen die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW), das Deutsche Rote Kreuz (DRK) sowie der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) und die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) bei der Immunisierung der Vorpommern.

Der Landkreis Vorpommern-Greifswald hat sich bisher als einziger Landkreis mit einem Hilfeersuchen an die DLRG gewandt. Insgesamt 16 DLRG Ärzte, Notfallsanitäter, Rettungssanitäter und Rettungsassistenten unterstützen nun die Behörde bei der Verabreichung der ersten 1.000 Impfdosen im Landkreis. Am 28., 29. und 30. Dezember werden mobile Impfteams der Ortsgruppe Grimmen im Landkreis Vorpommern-Greifswald eingesetzt.

Ab Januar 2021 beginnt dann der stationäre Betrieb in den Impfzentren des Landkreises. Dort werden dann die medizinisch geschulten Fachkräfte der Ortsgruppen Prerow und Mönchgut in zwei Schichten zum Einsatz kommen. Die ehrenamtlichen Helfer der DLRG werden für die allgemeine Verwaltung / Datenverarbeitung / Personalverwaltung, die Anmeldung, Aufklärung, Dokumentencheck, die Betreuung beim Impfen sowie Nachbetreuung während der 30-minütigen Erholungszeit benötigt.

Wie läuft die Impfung ab?

Zunächst bekommt jeder Impfling einen Aufklärungsbogen, in welchem ausführlich erklärt ist, was geschieht und welche Nebenwirkungen auftreten können. Dann ist für die Impfung noch die Einwilligung desjenigen nötig. Erst dann kann der eigentliche Piecks erfolgen.

Zum Aufbau der Immunität und zum Abschluss der Impfserie folgt eine zweite Impfdosis 21 Tage später. Die Vollendung begonnener Impfserien hat dabei Vorrang gegenüber Neuimpfungen. Auch wenn der Mindestabstand zwischen 1. und 2. Impfstoffdosis überschritten wurde, kann die Impfserie fortgesetzt werden und muss nicht neu begonnen werden.

Wie funktioniert der Impfstoff von BioNtech und Pfizer?

mRNA-Impfstoffe enthalten Genabschnitte des SARS-CoV-2-Virus in Form von messenger-RNA (kurz mRNA), die auch als Boten-RNA bezeichnet wird. Ausgehend von der mRNA werden nach Verimpfung in Körperzellen Proteine hergestellt, die dann das Immunsystem zu einer gezielten Antikörperbildung gegen SARS-CoV-2 und einer zellulären Abwehr gegen SARS-CoV-2-infizierte Zellen anregen und so eine Immunreaktion erzeugen.

Eine Immunreaktion anregende Proteine werden als Antigene bezeichnet. Das ausgehend von der mRNA gebildete Virusprotein regt als Antigen das Immunsystem des Körpers dazu an, Antikörper gegen SARS-CoV-2 zu produzieren.

Die mRNA der RNA-Impfstoffe wird nach kurzer Zeit von den Zellen abgebaut. Sie wird nicht in DNA umgebaut und hat keinen Einfluss auf die menschliche DNA, weder in Körperzellen noch in Keimbahnzellen. Nach dem Abbau der mRNA findet keine weitere Produktion des Antigens statt.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie bei jeder Impfung, können auch nach der COVID-19-Impfung Impfreaktionen und Nebenwirkungen auftreten. Impfreaktionen treten in der Regel kurz nach der Impfung auf und halten wenige Tage an. Die STIKO hat zunächst nur die Evidenz für den BioNTech/Pfizer Impfstoff, bei dem die Zulassung in der EU am 21. Dezember erfolgte, bewertet. Dabei wurde die Häufigkeit von Impfreaktionen und Nebenwirkungen, die innerhalb von bis zu 14 Wochen nach Verabreichung des Impfstoffs auftraten, bei Geimpften mit einer Placebogruppe verglichen.

Was lokale Reaktionen anbetrifft, so berichteten in der Altersgruppe 16-55 Jahre 83% der Geimpften und 14% der Teilnehmer der Placebo-Gruppe über Schmerzen an der Einstichstelle nach der ersten Dosis. 6% der Geimpften und 1% der Placebo-Gruppe dieser Altersgruppe berichteten über Rötung an der Einstichstelle. Insgesamt traten in der Altersgruppe der >55-Jährigen weniger Lokalreaktionen auf.

Unter den systemischen Reaktionen waren Abgeschlagenheit (fatigue; Impfung: 47%; Placebo: 33%), Kopfschmerzen (42% vs. 34%) sowie Muskelschmerzen (21% vs. 11%) die häufigsten Ereignisse nach der 1. Dosis in der Altersgruppe 16-55 Jahre. Nach der zweiten Impfstoffdosis traten systemische Reaktionen ähnlich häufig auf.

Insbesondere schwere unerwünschte Ereignisse mit hohem Schweregrad und solche, die als lebensbedrohlich klassifiziert wurden, traten in der Impfstoff- und Placebogruppe gleich häufig auf. Vier schwere unerwünschte Ereignisse wurden als impfstoffbezogen klassifiziert (Schulterverletzung; Schwellung der Lymphknoten in der Achselregion; Herzrhythmusstörung; Missempfindungen im rechten Bein). Weder in der Verum- noch in der Placebogruppe traten Todesfälle auf, die auf die Injektion des Impfstoffs oder der Kochsalzlösung zurückzuführen waren.

Dürfen bzw. sollten sich COVID-Genesene noch impfen lassen?

Nach den bisher vorliegenden Daten gibt es keine Hinweise darauf, dass eine COVID-19-Impfung nach unbemerkt durchgemachter SARS-CoV-Infektion gefährlich ist. Daher ist es auch nicht notwendig, vor Verabreichung einer COVID-19-Impfung eine akute asymptomatische oder unerkannt durchgemachte SARS-CoV-2 Infektion labordiagnostisch auszuschließen.

Zur Frage, wann Personen mit nachgewiesenermaßen durchgemachter SARS-CoV-2-Infektion eine Impfung angeboten werden sollte, kann die STIKO auf Basis der aktuell vorliegenden Evidenz noch keine endgültige Aussage machen. Nach überwiegender Expertenmeinung sollten Personen, die eine labordiagnostisch gesicherte Infektion mit SARS-CoV-2 durchgemacht haben, zunächst nicht geimpft werden. Es ist davon auszugehen, dass nach einer überstandenen Infektion bei den meisten Menschen zumindest eine gewisse Schutzwirkung besteht. Wie lange diese anhält ist jedoch noch nicht abschließend zu beantworten.

Wenn neue Daten zu dieser Frage vorliegen, wird sich die STIKO dazu positionieren, ob und wann eine Impfung nach durchgemachter Infektion erfolgen soll.

Gibt es weitere Impfstoffe?

Bereits im Januar wird die Zulassung weiterer Impfstoffe erwartet. Derzeit arbeiten Forschende an mehr als 150 möglichen Impfstoff-Kandidaten, wobei sich einige Impfstoffe bereits in der klinischen Prüfung an gesunden Freiwilligen befinden und einige Impfstoffe kurz vor der Zulassung stehen.

Alle Impfstoffkandidaten basieren auf dem Grundprinzip, unserem Immunsystem Teile (Antigene) des SARS-CoV-2 zu präsentieren, so dass eine Immunität gegenüber dem Erreger aufgebaut werden kann. Die unterschiedlichen Kandidaten nutzen dabei sehr verschiedene Antigeneteile und Ansätze. Dabei gibt es drei Hauptentwicklungslinien: Impfstoffe mit Vektorviren, Totimpfstoffe mit Virusproteinen oder mRNA/DNA-Impfstoffe.

Wie viel Prozent der Bevölkerung sollten sich impfen lassen?

Bei der Beantwortung dieser Frage müssen zwei Aspekte bedacht werden: der Individualschutz und der Gemeinschaftsschutz. Grundsätzlich sollte jeder, der sich gegen COVID-19 impfen lassen möchte, eine Impfung bekommen können (Individualschutz). Mathematische Modelle zeigen, dass erst bei einer Immunität von ca. 70% in der Bevölkerung die Übertragungen von SARS-CoV-2 soweit limitiert sind, dass diese Pandemie vorüber geht (Gemeinschaftsschutz).

Allerdings ist derzeit nicht vorhersagbar, inwieweit eine Immunität die Virus-Übertragung unterbindet oder wenigstens reduzieren kann. Insofern ist dem Individualschutz, also dem Schutz der geimpften Person vor einer COVID-19 Erkrankung oder einem schweren Verlauf der Erkrankung, eine hohe Bedeutung zuzumessen.

Zudem fehlen noch detaillierte Daten dazu, wie wirksam die einzelnen COVID-19-Impfstoffe sind und wie lange der Impfschutz anhält – auch dies beeinflusst, wie viel Prozent der Bevölkerung sich impfen lassen müssten, um bei 70% der Bevölkerung eine Immunität entstehen zu lassen und damit die Pandemie einzudämmen.

(Quellen: FAQ des Robert-Koch-Instituts, Epidemiologisches Bulletein 2/2021 online Vorab-Ausgabe, Landkreis VG, Landkreis VR, Land MV, DLRG / Foto: DLRG Ortsgruppe Grimmen)

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