Der Koloss von Rügen. KdF Seebad Prora. VOPZI -Adventskalender Türchen 11

Der Koloss von Rügen

Kraft durch Freude-Seebad Prora: Der längste Gebäude-Komplex der Welt

Eine der größten Hinterlassenschaften der NS-Zeit mit internationalem Bekanntheitsgrad

Der Gebäude-Komplex des KdF-Seebad Rügen ist ein historisch einzigartiges Urlaubs- und Gäste-Projekt. Der Ortsteil Prora der Gemeinde Binz auf Rügen ging aus dem zwischen 1936 und 1939 gebauten, jedoch unvollendet gebliebenen KdF-Seebad Rügen hervor. Im Komplex sollten durch die Organisation Kraft durch Freude 20.000 Menschen gleichzeitig Urlaub machen können. Der Bau konnte während des Krieges nicht mehr fertig gestellt werden. Die vorrangig vom Architekten Clemens Klotz entworfene Anlage an der Ostsee zwischen den Orten Binz und Sassnitz dokumentiert eindrucksvoll den Größenwahn der Hitler-Zeit. Der Gesamtentwurf wird auf der Weltausstellung in Paris 1937 sogar mit dem Grand Prix ausgezeichnet.

Ursprünglich gab es acht Blöcke von 4,5 Kilometern Länge entlang der Prorer Wiek, von denen drei nach dem Krieg zerstört und fünf Blöcke Anfang der 50er Jahre zur Kaserne ausgebaut wurden. Über vier Jahrzehnte hinweg wurde das Gelände militärisch genutzt. Prora wurde zum Sperrgebiet. Zu und nach der DDR-Zeit zerfielen die meisten Blöcke zusehends.

In einem der Blöcke des KdF-Bades Prora befinden sich heute eine Jugendherberge, ein Dokumentationszentrum und ein Museumskomplex mit Ausstellungen auf insgesamt 5.000 m². Das Erlebnis-Museum Kultur Kunststadt Prora auf der Insel Rügen mit acht Museums-Einheiten (historisch, militärisch, technisch, naturwissenschaftlich) und Dokumentationen auf sechs Etagen begeistert jährlich etwa 120.000 Besucher. Im Kraft-durch-Freude-Museum ist ein Modell des von den Nazis geplanten KdF-Bades Prora zu sehen. Ein Strandresort mit Ferienwohnungen und weitere Bauvorhaben hauchen dem geschichtsträchtigen Ort wieder Leben ein. Teile des Bauwerks werden zu Eigentums- und Mietwohnungen ausgebaut.

Die Anlage ist insgesamt 2,5 km lang, zählt zu den größten Hinterlassenschaften der NS-Zeit und ist international bekannt.

(Quelle: Prof. Dr. Norbert Zdrowomyslaw: Die 161 HSK Mecklenburg-Vorpommerns mit Entdeckerrouten. Attraktiver Lebens-, Wirtschafts- und Urlaubsstandort, Greifswald: MV-Verlag & Marketing, 2019, S. 64)

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