Größter Bombenfund der Nachkriegsgeschichte!

Die Boje in der Einfahrt der Kaiserfahrt bei Swinemünde / Karsibor markiert den Fundort des bisher größten Bombenfundes in der Nachkriegsgeschichte!  

Größter Bombenfund der Nachkriegsgeschichte!

Anfang der letzten Woche wurde bei der Einfahrt zur ehemaligen Kaiserfahrt gegenüber von Karsibor eine Fliegerbombe gefunden. Der Fundplatz befindet sich in unmittelbarer Nähe des Fährhafens. (40m) Heute bekamen wir bestätigt, dass es sich um eine der größten Luftbomben des 2.Weltkrieges handelt – eine amerikanischeTallboy.  Am Freitagmorgen trifft sich in Swinemünde der Krisenstab der Provinz, um zu besprechen wie dieser hoch gefährliche Fund geborgen und vernichtet werden kann. Es gibt verschiedene Vorschläge – wie man Tallboy extrahiert und neutralisiert. Möglicherweise muss ein großer Teil der Einwohner von Swinemünde und Karsibor evakuiert werden. Sobald wir die Informationen erhalten, geben wir sie auf unserer Website an Sie weiter.

Spezialisten in Krisenstäben müssen jetzt einen genauen Plan entwickeln – Richtlinien zur Begrenzung des Schiffsverkehrs wurden herausgegeben. Es ist noch nicht bekannt, wann die Bergung und der Abtransport stattfinden wird.

Größter Bombenfund der Nachkriegsgeschichte!

Das deutsche Panzerschiff / später Kreuzer „Lützow“(ex.Deutschland)

Im Februar 1945 wechselte sich die „Lützow“ mit „Prinz Eugen“ und „Admiral Scheer“ bei der Unterstützung der deutschen Heerestruppen beim Kampf um Ostpreußen ab. Am 8. April 1945 wurde die „Lützow“ wegen Munitionsmangels aus dem Einsatz abgezogen und nach Swinemünde verlegt. Dort wurde sie aufmunitioniert und nahm anschließend eine Feuerstellung bei Lognitzer Ort in der Kaiserfahrt ein, bereit, in die Kämpfe bei Dievenow und im Raum Stettin einzugreifen. Hier wurde das Schiff am 16. April 1945 von britischen Lancaster-Bombern angegriffen. Von einer 5,4 t schweren Bombe in der Nähe getroffen, erhielt das Schiff ein rund 30 m langes Leck und sackte mit 56° Schlagseite ab. Zwei weitere direkte Treffer von zwei 500 kg Bomben schlugen in der vorderen und achternen Munitionskammer ein. Beide Bomben waren jedoch Blindgänger. Es gelang, das Schiff wieder auf ebenen Kiel zu legen.  Der achterne 28-cm-Turm sowie ein Teil der Mittelartillerie und der Flak blieben einsatzfähig und nahmen an der Unterstützung des Heeres teil. Als die einzige noch klare Leckpumpe und damit das letzte E – Werk ausfiel, wurde auf Befehl des Befehlshabers der Festung Swinemünde die gesamte 28 cm Munition auf die russische Dievenow – Stellungen abgefeuert. Der Vormarsch der Roten Armee konnte zwar dadurch ein paar Tage aufgehalten werden, aber als das letzte Rohr verstummte brachen die Panzer durch die deutschen Linien und eroberten kurz darauf die Insel Wolin und ereichten ohne weiteren Widerstand die Swine. Nachdem sich die „Lützow“ vollständig verschossen hatte, wurde sie in der Nacht zum 4. Mai 1945 zur Sprengung vorbereitet. Bei diesen Vorbereitungen brach plötzlich ein Feuer im Schiff aus und brachte die angebrachten Sprengladungen vorzeitig zur Explosion, wodurch das Schiff versenkt wurde. Die meisten Besatzungsangehörigen, die dem Sprengkommando zugeteilt waren konnten sich retten.

Größter Bombenfund der Nachkriegsgeschichte!

Der Verbleib der Lützow ist bis heute ungeklärt…

Nach dem Krieg wurde die Lützow im September 1946 von der Sowjetunion gehoben und entweder am 22. Juli 1947 als Zielschiff genutzt und in der Ostsee versenkt oder etwa 1948-49 in Leningrad verschrottet.

In dem Brief erklärte Horsley, wie die Operationen an den beiden vorhergehenden Tagen wegen schlechten Wetters abgebrochen werden mussten, doch dann begann der Angriff am 16. April. Von den achtzehn 617 Squadron-Flugzeugen trugen vierzehn, einschließlich Horsley, die 12.000 Pfund schweren Tallboy-Bomben.

Die Taktik war die gleiche, nämlich ein schöner gerader Anflug, der zwischen 14.000 und 16.000 Fuß zur Bombardierung erfolgte. Das Wetter war perfekt, keine Wolke am Himmel, den ganzen Weg von England zum Ziel. Der Wind war schwach – ideal zum Bombardieren. Die Jäger-Eskorte verließ uns und für die letzten fünfzehn Minuten waren wir allein am Himmel – achtzehn Lancaster – ich befand mich in der dritten Reihe auf der Backbordseite der Formation. Wir haben die Lützow aus vielen Kilometern Entfernung gesehen und konnten uns rechtzeitig vorbereiten. Fünf Minuten vor dem Ziel lief alles gut, die Bombe war bereit, die Sicht war zufriedenstellend, die Kamera war bereit zum fotografieren.
Plötzlich platzte überall um uns herum Flakfeuer auf.. Ja! Nummer drei in der ersten Zeile wurde getroffen.
Die kühle Stimme meines Bombenzielers kam über die Interkommunikation – „Links, Links, Rechts, Stetig, Stetig – Bombenschacht auf“ – Knirschend ging er auf – ich konzentrierte mich darauf, das Flugzeug ruhig zu halten, die Fluggeschwindigkeit musste stimmen , genaue Höhe – Bang – das Cockpitdach wurde abgeblasen – „stetig“, sagte der Bombenzieler – mein Mund war trocken, aber ich war entschlossen, die Bombe auf das Ziel zu bringen – „Bombe weg“, rief der Bombenzieler „Halt sie ruhig für das Foto “- noch mindestens siebzehn Sekunden, immer noch der Flak um uns herum, das Cockpit war sehr zugig ohne das abgeblasene Verdeck. Wir sind aus dem Zielgebiet herausgetaucht. Ich hörte, wie einer meiner Freunde über Funk anrief und sagte, er habe einen Motor verloren, als er in eine Bombe flog. Als er getroffen wurde, verpasste er sein Bombardierungsziel, so dass er nicht werfen konnte. Ich habe mich von der Hauptformation getrennt, um ihn vor einem Angriff zu schützen. Er verpasste seinen Bombenangriff erneut und musste einen weiteren Versuch unternehmen, bevor er schließlich seine Bombe fallen ließ (zu diesem Zeitpunkt waren die verbleibenden Bomber auf dem Weg nach Hause). Ich führte den beschädigten Bomber zurück nach England und landete als letzter. (Interpunktion und Rechtschreibung wie im Originalbrief)

Der Angriff auf die Lützow war die letzte Operation des Krieges, bei der das Geschwader 617 Verluste erlitt, der Verlust von Sqn Ldr. John Powell und seiner Besatzung. Der Bomberbesatzung ehrte man im heutigen Polen mit einem Ehrenmal in einem Waldstück , genau an der Absturzstelle nahe von Karsibor.

Die gefallenen Seeleuten der „Lützow“ wurden zum Teil bis heute nicht gefunden. Bis heute findet man auf dem „Polenmarkt“ in Swinemünde vollständig erhaltene Erkennungsmarken die für uns von der Deutschen Kriegsgräberfürsorge ein Beweis dessen sind, dass polnische „Schatzsucher“ die von uns gesuchten Gräber fanden und plünderten. Eine angestrebte Zusammenarbeit auch mit den Behörden in Swinemünde ist nur mit medialen Druck möglich und wird auch gerne mal einfach so abgelehnt und ignoriert.

Der damalige Liegeplatz der Lützow befindet sich genau an der Stelle wo sich heute der Radarturm befindet(genau an dieser Stelle befanden sich die Bugleinen des Schweren Kreuzers/Panzerschiffes), am Fährhafen von Karsibor auf der Seite der Insel Usedom.

Bis heute gibt es dort keinerlei Hinweise auf die Bombardierung und den Opfern des Kreuzers Lützow.

TEXT: Kai Ottenbreit

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