Naturschutz in Vorpommern. VOPZI-Adventskalender Tür 24

Naturschutz in Vorpommern

Der Mensch im Einklang mit der Natur: zwei Nationalparks und drei Naturparks 

Die einmalige Landschaft Vorpommerns ist nicht nur kostbar für seine tierischen Bewohner oder Pflanzen, auch für den Menschen. Insgesamt zwei Nationalparks, drei Naturparks sowie ein Biosphärenreservat bewahren die Flora und Fauna hier im Nord-Osten Deutschlands.

Das Land hat Naturschutzgebiete eingerichtet, um diese Naturvielfalt zu erhalten. In den Naturlandschaften, die durch Flüsse, Felder, Waldgebiete, Inseln und Boddengewässer gekennzeichnet sind, findet man zahlreiche heimische Tier- und Pflanzenarten und zu bestimmten Zeiten Tausende von Zugvögeln. In den zum Teil naturgeschützten Gebieten kann man auch seltene Tierarten wie Biber oder Fischotter beobachten. Regeln sorgen dafür, dass die Natur in ihrer ursprünglichen Form erhalten bleibt und Tiere ungestört ihren Nachwuchs aufziehen können. Beim Wandern dürfen in den meisten Naturschutzgebieten die Wege nicht verlassen werden. Einige der Gebiete sind für Besucher ganz gesperrt. Damit Naturfreunde dennoch auf ihre Kosten kommen, gibt es aber vielerorts Informationstafeln, Rundwege und Beobachtungsplätze.

In den zwei ausgezeichneten Nationalparks – Vorpommersche Boddenlandschaft und Jasmund – kann sich die Natur ganz nach ihren eigenen Gesetzen entwickeln und Rückzugsorte für Pflanzen und Tiere schaffen. Sie tragen maßgeblich zu dem Erhalt der biologischen Vielfalt und des Artenreichtums der Erde bei.

Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft

Der Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft hat die vorrangige Aufgabe, die besondere Ursprünglichkeit der vorpommerschen Bodden- und Küstenlandschaft zu erhalten. Die Fläche beträgt 805 km², davon sind 132 km² Land und 673 km² Wasser. Der Nationalpark liegt zwischen der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst und der Westküste der Insel Rügen und stellt einen repräsentativen Ausschnitt der vorpommerschen Ausgleichsküste sowie der Flachwasserzone der Ostsee als größtem Brackwasserlebensraum der Erde dar.

Das Gebiet ist Lebensraum zahlreicher seltener Tier- und Pflanzenarten. Vom Aussterben bedrohte Limikolenarten wie Alpenstrandläufer, Kampfläufer und Uferschnepfe besitzen hier noch relativ große und stabile Populationen. Das Gebiet ist ein Rastplatz für bis zu 70.000 Kraniche und mehr als 100.000 Bleß- und Saatgänse. Dieses Naturschauspiel und die abwechslungsreiche Landschaftsstruktur machen den Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft zu einem der wichtigsten Tourismusgebiete in Mecklenburg-Vorpommern.

Nationalpark Jasmund

Mit einer gesamten Fläche von 3.070 Hektar ist dieser Nationalpark der kleinste Nationalpark Deutschlands. Der Nationalpark Jasmund auf Rügen dient insbesondere der Bewahrung der in Europa einzigartigen Kreidekliffs und einer Stauchendmoränenlandschaft. Zum Nationalpark gehören die Höhenrücken der Stubnitz, Steilufer inklusive die am Königsstuhl bis zu 118 Meter hohen Kreideriffs sowie die angrenzende Strand- und Uferzone.

Im Nationalpark Jasmund befindet sich auf knapp 500 Hektar einer der wertvollsten alten Buchenwälder Deutschlands. Diese gehören zum Weltnaturerbe der Unesco. Besucher können Natur erleben und verstehen. Im Jahr 2004 eröffnete das Nationalparkzentrum in Prora. Der Baumwipfelpfad des Nationalparkzentrums ist 1.250 Meter lang. Highlight ist der 40 Meter hohe Aussichtsturm des Baumgipfelpfades. Den Besuchern bietet sich ein fantastischer Blick über Rügen.

Naturpark Stettiner Haff

Die drei Naturparks in Vorpommern gelten als Vorbild, wie wirtschaftliche Interessen, das Erholungsbedürfnis des Menschen und die Notwendigkeit die Natur zu schützen, miteinander verbunden werden können.

Im Nordosten des Landes, in direkter Nachbarschaft zur Republik Polen befindet sich dieser Naturpark. Er ist vor allem durch die natürlichen unverbauten Abschnitte der Haffküste sowie Haffwiesen, weite Waldkomplexe der Ueckermünder Heide, die Uecker- und Randow-Niederungen und die Brohmer Berge charakterisiert.

Als lohnende Ausflugsziele seien z.B. das „Ukranenland“ in Torgelow mit nachgebauten Häusern und Schiffen aus der Slawenzeit sowie der Botanische Garten in Christiansberg genannt. In den Brohmer Bergen im Landkreis Vorpommern-Greifswald kann der majestätische Rothirsch auch am Tage bewundert werden – längst keine Selbstverständlichkeit mehr! Im Zentrum des Naturerlebens von Wildtierland Gut Klepelshagen steht das „Tal der Hirsche“ – eine etwa 100 Hektar große Fläche, die frei von menschlichen Störungen bleibt. Die Tiere leben hier frei und folgen ihrem natürlichen Rhythmus, denn Gehege gibt es nicht.

Naturpark Flusslandschaft Peenetal

Außerhalb Polens und abgesehen von einigen Mooren des Alpenvorlandes ist nur noch hier fast die gesamte ursprüngliche Palette an Niedermoorvegetationstypen anzutreffen. Einige Moorpflanzen und -tiere sind heute in Deutschland lediglich im Peenetal zu finden oder haben in diesem Areal ihren Verbreitungsschwerpunkt. Zu beobachten sind Rehe, Wildschweine, Rothirsche, Füchse, Dachse, Adler, Schweinswale, Robben und viele andere Wildtierarten in freier Wildbahn.

Naturpark Insel Usedom

Die grüne Insel am Meer – so nennen viele Usedom, welche eine der sonnenreichsten Ostseeinseln ist. Lange Sandstrände, mächtige Steilufer und ausgedehnte Dünenlandschaften gehören zu ihren Markenzeichen. Einzigartig sind auch die wie auf einer Perlenschnur aufgereihten Kaiserbäder mit ihren Seebrücken, Promenaden und architektonisch beeindruckenden Villen. Wem das Strandleben zu turbulent ist, kann sich in das Binnenland mit ruhigem Achterwasser, verträumten Dörfern und blühenden Salzwiesen zurückziehen.

(Quelle: Prof. Dr. Norbert Zdrowomyslaw: Die 161 HSK Mecklenburg-Vorpommerns mit Entdeckerrouten. Attraktiver Lebens-, Wirtschafts- und Urlaubsstandort, Greifswald: MV-Verlag & Marketing, 2019, S. 22-25)

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