Sankt Martin 2020 - Die Botschaft des selbstlosen Teilens... in diesem Jahr auf andere Weise...
Sankt Martin - der Botschafter des Teilens. Ein Kind beim Laternenumzug. (Foto: epd)

Sankt Martin – der Botschafter des Teilens

Vorpommern. Kirchengemeinden laden zu Sankt Martin – der Botschafter des Teilens – ohne Laternenumzüge zu Andachten und Aktionen ein.

Martinstag wegen Corona-Pandemie in diesem Jahr auf andere Weise

Laternenumzüge, geteilte Martinshörnchen und Lagerfeuer gehören zum festen Brauchtum am Martinstag am und um den 11. November. Doch in diesem Jahr ist aufgrund der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Schutzmaßnahmen alles anders. Öffentliche Umzüge und das Teilen von Essen können nicht stattfinden, damit die Pandemie gebremst und die Gesundheit von Menschen nicht gefährdet wird. Dennoch findet der Martinstag im Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis statt, wenn auch auf andere Weise, denn viele Kirchengemeinden in Vorpommern haben sich gemeinsam mit Kindertagesstätten und Schulen eine Menge einfallen lassen. Es wird dabei natürlich auf die Einhaltung der Hygienemaßnahmen und auf das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes hingewiesen.

Fenster-Laternen, Päckchen-Aktion und St. Martins-Flashmob

Da wird neben Gottesdiensten und Martins-Andachten mit bewährtem Hygienekonzept und eingespielter Abstandsregelung beispielsweise zum „St. Martins-Flashmob“ eingeladen. Dabei sind Familien aufgerufen, ohne Kontakt zu mehr als den zulässigen Haushalten, als Zeichen der Verbundenheit Laterne zu gehen, auf diese Weise ein Licht in die Welt zu tragen und es anschließend ins Fenster zu stellen. Woanders wird statt zum Teilen von Hörnchen, zur Aktion „Teilen einmal anders“ aufgerufen. Konkret packen Mädchen und Jungen Weihnachtspäckchen für Obdachlose oder für Kinder in Gemeinschaftsunterkünften. Wieder woanders teilen Konfirmanden nach St. Martins Vorbild ihre Kleidung mit Bedürftigen. Und wenn viele Familien ein Licht in die Fenster der Dörfer und Städte stellen, werden diese strahlen und die Menschen können sich trotz des Abstands miteinander verbunden fühlen.

Martin teilte seinen Mantel

Martin von Tours (316/17 – 397) war römischer Offizier und nach seiner militärischen Dienstzeit Bischof von Tours. Aufgrund seiner zahlreichen guten Taten wurde er heiliggesprochen. Berühmt ist der Heilige Martin vor allem für die Teilung seines Mantels mit einem Bettler. Es wird erzählt, dass Martin, als er in Amiens als Soldat stationiert war, im Winter des Jahres 334 vor den Toren der Stadt einem frierenden, nur spärlich bekleideten Mann begegnete. Martin zerteilte seinen Offiziersmantel mit dem Schwert, gab die Hälfte dem Frierenden und erwies ihm so sein Mitgefühl.

Sankt Martins Vorbild wirkt bis heute

Vor allem aufgrund dieser Geschichte gilt Sankt Martin bis heute als Botschafter christlicher Nächstenliebe und gerade in der aktuellen Situation gewinnt das Teilen eine ganz konkrete Bedeutung. Im Zusammenhang mit Martins Barmherzigkeit mit dem Bettler am Stadttor steht auch das vielseitige Brauchtum, das am Martinstag gepflegt wird.

Sankt Martin - der Botschafter des Teilens. Eine bunte Laternenauswahl.
Sankt Martin - der Botschafter des Teilens. Eine bunte Laternenauswahl.

Beispiele für tolle Martinsfest-Aktionen in Vorpommern

Jarmen:

Die Konfirmandinnen und Konfirmanden der Kirchengemeinde Jarmen-Tutow beteiligen sich an der bundesweiten Aktion „Meins wird Deins“ der „aktion hoffnung“. Kindertageseinrichtungen, Schulen und Kirchengemeinden sind dabei aufgerufen, Kleidung nach dem Vorbild des Heiligen Martin zu teilen. In diesem Jahr werden junge Menschen in der Ukraine unterstützt, die ohne ihre Eltern aufwachsen müssen. Die Jarmener Konfirmanden spenden gut erhaltene und schöne Kleidungsstücke, die sie an das Eine-Welt-Zentrum der „aktion hoffnung“ senden, die mit dem Verkaufserlös aus den Kleiderspenden Kindern und Jugendlichen in der Ukraine hilft. „Sammeltag für unseren Konfi-Unterricht ist der 11. November um 17 Uhr, Am Neuen Markt 6, in Jarmen“, teilt Pastor Arnold Pett mit.

Ahlbeck:

Auch in der Kirchengemeinde Ahlbeck wurde der geplante Martinsumzug abgesagt. „Wir schreiben aber alle Kinder der Kinderkirche mit einem Martinsbrief an“, berichtet Pastorin Sandra Kussat-Becker.

Stralsund:

Diakon Lars Engelbrecht berichtet von einem digitalen Martinstag-Projekt: „Der Stralsunder Traditionsverein hat mit Stralsund TV die Geschichte von Martins Mantelteilung verfilmt. Finanziert wurde der Dreh durch den Verein ‚Andere Zeiten‘. Er endet mit dem Appell, am Martinstag ein Licht ins Fenster zu stellen, als Zeichen dafür, sich von der Not Einzelner anrühren zu lassen.“ Der Film geht im Laufe der kommenden Woche auf dem YouTubekanal des Stralsunder Traditionsvereins online und wird auch bei Stralsund TV ausgestrahlt.

(Quelle/Foto: epd)

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