VOPZI Adventskalender, 2020-12-01: Stralsunds schwimmendes Museum. Türchen 1

Stralsunds schwimmendes Museum

Die Gorch Fock (I) im Stralsunder Hafen

Wer in Deutschland den Schiffsnamen “Gorch Fock” hört, denkt meist an das bekannte Schulschiff der Bundesmarine, das 1958 gebaut wurde und seinen Heimathafen in Kiel hat. Was viele nicht wissen: Es gibt eine Vorgängerin mit bewegter Vergangenheit – die “Gorch Fock” (I), die heute als Museumsschiff im Hafen von Stralsund liegt.

Das Segelschiff wurde 1933 im Auftrag der Reichsmarine bei Blohm + Voss in Hamburg in nur 100 Tagen gebaut. Am 3. Mai 1933 lief die “Gorch Fock” (I) vom Stapel und war bis 1939 als Schulschiff im Einsatz. Während des Zweiten Weltkriegs diente sie an verschiedenen Standorten als Wohnschiff, zuletzt in Stralsund. Die weitere Historie lässt sich wie folgt zusammenfassen: Versenkt, gehoben und zurück nach Stralsund. Als sich das Kriegsende abzeichnete, wurde das Schiff abgetakelt und außer Dienst gestellt. Am Nachmittag des 30. April 1945 versenkte die eigene Besatzung die “Gorch Fock” (I) im Strelasund.

Im Jahr 1947 hoben die Sowjets das Schiff im vierten Versuch und setzten es bis 1950 in Rostock und Wismar instand. Danach fuhr es unter dem Namen “Towarischtsch” als Ausbildungsschiff über die Weltmeere, kam 1992 unter ukrainische Flagge, wurde 1999 nach Wilhelmshaven geholt und dort zu einer der großen Attraktionen der “EXPO 2000 am Meer”.

Im Jahr 2003 kaufte der Tall-Ship Friends e.V. das Schiff und überführte es nach Stralsund, wo es umfassend restauriert wurde. Heute liegt die “Gorch Fock” (I) als Museumsschiff und Touristenattraktion im Stralsunder Hafen.

(Quelle: Prof. Dr. Norbert Zdrowomyslaw: Die 161 HSK Mecklenburg-Vorpommerns mit Entdeckerrouten, Attraktiver Lebens-, Wirtschafts- und Urlaubsstandort; MV-Verlag & Marketing, 2019, S. 79 / Fotos: M. Bladt)

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