Das neue Greifswalder Stadtarchiv

Über 3.000 laufende Meter Bücher im neuen Stadtarchiv!

Greifswald. Der von der Hafenstraße, entlang des Rycks, zu sehende „rostbraunfarbige Bunker“ erhält nun ein einzigartiges, geistig hochwertiges, „Innenleben“. Bis auf wenige Restarbeiten sind die Bauarbeiten für das neue,
400 Quadratmeter umfassende Stadtarchiv – welches später auch das Pommersche Landesarchiv und sogar das Landesarchiv der Evang. Nordkirche beherbergen soll – in der Straße An den Wurthen abgeschlossen. 

Lediglich einige Glastrennwände und Innentüren müssen noch eingebaut werden, bevor im Juli die neue Klimaanlage eingeschaltet wird. Im September können dann in mehreren Phasen der endgültige Abschluss der Möblierung und der Umzug von der Arndtstraße in die Straße An den Wurthen erfolgen. Dann wird es auch, wie Bausenatorin und Vizeoberbürgermeisterin Jeanette von Busse vor Pressevertretern verriet, „einen Tag der offenen Tür für die Bürgerinnen und Bürger geben.“ Und Oberbürgermeister Dr. Stefan Fassbinder erklärte hocherfreut:
„Das neue Stadtarchiv am Ryck ist ein markantes Bekenntnis der Stadt zu ihrer reichen historischen Vergangenheit.“

Was kann man also im neuen Wissenszentrum Vorpommern alles erleben? Nun, viele Dinge kann man derzeit nur erahnen. Einzelheiten dazu erläuterte Stadtarchivdirektor Uwe Kiel. Demnach ist im Erdgeschoss ein Lesesaal untergebracht und über die verschiebbaren Wände kann so eine größere Fläche geschaffen werden, die für Veranstaltungen verschiedenster Art genutzt werden kann. Auch das Standesamt erhält hier Räumlichkeiten für sein Archiv. In der ersten Etage ist die Verwaltung untergebracht, die zweite und dritte Etage sind den Magazinräumen vorbehalten. Übrigens wurde der kubische Baukörper aus Betonwerkstein gefertigt und man fand für die Zugänglichkeit zu allen Räumen die Staffelgeschoßvariante sowie fürs Magazin effektive Rollregale mit hoher Lagerkapazität vor. Auch hat man dementsprechend so kalkuliert, dass „Zuwächse für die nächsten 10 bis 15 Jahre problemlos verkraftet werden können“, so der Stadtarchivar. Die zweite und dritte Etage sind übrigens fensterlos. Der Grund hierfür liegt in der aufwendigen und sensiblen Lagerung alter und wertvoller Schriften, die sehr tageslichtempfindlich sind und auch eine werterhaltende konstante Raumtemperatur brauchen. 

Auch die Außenanlagen werden eine Augenweide. Ein Kunstwerk des Holzgestalters Eckhard Labs, „Das Lesezimmer“, schmückt die Freifläche vor dem Archiv und in die Bodenplatten vor dem Gebäude wurden markante Daten der Stadtgeschichte Greifswalds, von der Gründung der Stadt anno 1250 bis zur Gegenwart, eingelassen. Die Gesamtkosten des Bauprojekts belaufen sich auf rund 8 Millionen Euro, das Land unterstützt den Bau mit 3,67 Millionen Euro aus Städtebaufördermitteln. Der phasenweise Umzug des „Gedächtnis der Stadt“ aus den zahlreichen Zwischenlösungen ins neue „Hauptquartier“ wird dann im Frühjahr 2021 abgeschlossen sein.

(Text und Fotos: hjs)

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