Wiege der Raumfahrt. Türchen 4

Wiege der Raumfahrt

Peenemünde – Wiege der Raumfahrt und historisch technisches Museum

Die in Peenemünde auf der Insel Usedom entwickelte Rakete A4 gilt heute sowohl als Vorläufer aller militärischen als auch aller zivilen Trägerraketen. Am 3. Oktober 1942 wurde das erste von Menschen geschaffene Objekt über die Atmosphäre der Erde hinaus in den Weltraum geschossen. Die Rakete, welche von ihren Erfindern unter der technischen Leitung von Wernher von Braun in der Heeresversuchsstelle Peenemünde Aggregat 4/ V2 genannt wurde, ist unter dem ihr während des II. Weltkriegs gegebenen Propagandanamen „V2“, weltberühmt geworden.

Seit 1991 befindet sich in der Bunkerwarte und dem Areal des ehemaligen Kraftwerks in Peenemünde auf der Insel Usedom das Historisch-technische-Museum Peenemünde. Es befasst sich mit der Geschichte der Heeresversuchsanstalt Peenemünde und der Erprobungsstelle der Luftwaffe „Peenemünde-West“, insbesondere der dort zwischen 1936 und 1945 entwickelten Raketen und anderen Flugkörpern. Seit Januar 2007 ist das Museum ein Ankerpunkt der Europäischen Route der Industriekultur (ERIH), einem europaweiten Netzwerk von Industriedenkmälern, und damit Teil der ERIH-Themenrouten Energie sowie Transport & Kommunikation.

Auf einer Ausstellungsfläche von 5.000 m² wird anhand von Dokumenten, Originalteilen, Zeitzeugen-Interviews, Dokumentationsfilmen und Modellen im historischen Zusammenhang der Weg von den Träumen der ersten Raketenpioniere über zivile Raumfahrt bis zur systematischen Entwicklung der ersten militärischen Großrakete in Peenemünde und deren Serienproduktion und Kriegseinsatz dargestellt.

Ein zweiter Ausstellungsabschnitt widmet sich der Entwicklung der Raketentechnik nach dem zweiten Weltkrieg und somit vor allem dem Wettrüsten im „Kalten Krieg“, aber auch den ersten Erfolgen in der zivilen Raumfahrt. Die Ausstellung im Kraftwerk ist in erster Linie eine historische Ausstellung, in welcher neben der Technikgeschichte auch das Andenken der Opfer der Konzentrationslager seinen Platz findet. Seit der Eröffnung des Museums besichtigen jährlich mehrere Hunderttausende Besucher die Ausstellung, darunter viele Schulklassen.

(Quelle: Prof. Dr. Norbert Zdrowomyslaw: Die 161 HSK Mecklenburg-Vorpommerns mit Entdeckerrouten. Attraktiver Lebens-, Wirtschafts- und Urlaubsstandort, Greifswald: MV-Verlag & Marketing, 2019, S. 65)

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